Orientierungssystem in 3D

Zufällig habe ich gestern dieses Metallschild in der Studentenstadt Freimann entdeckt. Ich hielt es zunächst für „Kunst im öffentlichen Raum“. Auf dem zweiten Blick hat es sich als Orientierungssystem für die Studentenstadt entpuppt. Die Gestaltungsart und die Formensprache ist so interessant und aussergewöhnlich das ich das System unbedingt weiter beschreiben muss.

Die Stele ist etwa 4m hoch und aus Metall und Beton(?). Oben im Kreis befindet sich die Draufsicht der Gebäude der Studentenstadt und des Straßennetzes. Gebäudekomplexe sind mit Zahlen beschriftet. Unten in dem Stelensockel werden die Zahlen beschrieben. Die Darstellung der Anlage ist genordet. Die Stele ist massiv und steht am Zugang zur Wohnblockeinheit an der Christoph-Probst-Straße. Es gibt noch zwei weitere Stelen mit dem selben Aufbau. Die 3 Stelen sind um die Anlage verteilt.


Studentenstadt Freimann auf einer größeren Karte anzeigen


Größere Kartenansicht


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Größere Kartenansicht

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Das Orientierungssystem wirkt modern und spannend auch wenn es schon etwas gealtert ist. Die 3D Gebäude sind sehr ansehnlich. Durch die Höhenunterschiede lassen sich die Gebäude gut unterscheiden und wieder erkennen. Die Auszeichnung der Gebäudekomplexe funktioniert gut.
Das System selber dient aber nur bedingt der Orientierung in der Anlage. Die „Karten“ sind sehr hoch angebracht und der Blick nach oben ist auf Dauer anstrengend. Der Standort des Betrachters ist auf der Stele selber nicht eingezeichnet. Das kombiniert mit der Tatsache das die Stelenstandorte nicht auf die Blickrichtung des Benutzers ausgerichtet ist, macht die Orientierung umständlich. So ist die erste von mir gefundene Stele so ausgerichtet dass ich die Anlage im Rücken habe wenn ich auf die Karte schaue. Bei den anderen beiden Stelen ist das besser gelöst. Das Einzeichnen der Straßennamen in die Karte würde die Benutzung sicher auch vereinfachen.

Mir scheint es als sei das System aus einer tollen Idee heraus entstanden aber dann in der Umsetzung etwas vernachlässigt worden. Mit wenigen Mittel hätte man das System zu einer wirklichen Hilfe werden lassen können. So wirkt es jetzt eher wie „Kunst im öffentlichen Raum“ als ein Orientierungssystem.

Leider konnte ich bisher nicht Erfahrung bringen wer das System entworfen hat. Ich tippe auf den Architekten der Anlage: Die Architekturgemeinschaft Lang und Pogadl. Wenn jemand mehr Informationen zum System hat, wäre ich sehr dankbar darüber.

Links:
http://www.studentenwerk-muenchen.de/extern/wohnen/stusta3d/haupt/start.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Studentenstadt_Freimann